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Von Bügelbrettern, Nonnenkragen, Blumentöpfen und dem richtigen Gefühl

Die etwas enttäuschende Premiere-Erfahrung hat inzwischen zwei erfreulichen Aufführungen Platz gemacht. Das heisst aber jetzt nicht, dass alles reibungslos lief und ich eine ruhige Kugel schieben konnte…

Unsere überaus fleissige Kostümbildnerin Annina Schmid ist diese Woche anderweitig engagiert und hat mich gefragt, ob ich die Wäsche und das Bügeln übernehmen könne. Kann ich, und so treffe ich zeitig in der Garderobe ein, um noch ein paar Hemden und Nonnenkragen zu bügeln, die unsere Kostüm-Fee nicht mehr geschafft hat. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, ist das Bügelbrett: Der reinste Pump-Track! Wie soll man darauf eine gerade Fläche zum „Plätten“ finden?? Himmel und Hölle!!! Ich beschliesse, mein eh nur zuhause herumstehendes Ersatzbrett huldvollst der Postremise zu vermachen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich heute mit dieser Buckelpiste ein Resultat erreichen muss, was im Schweisse meines Angesichts und mit unterdrückten Flüchen jetzt auch passiert. Ein letzter Kontrollblick…. Da sehe ich doch tatsächlich einen Kollegen mit zwar sauberem, aber extrem zerknittertem Hemd vor mir! Auf sein „das passt schon“ mache ich ihm klar, dass man mit so einem „Khua-in-dr-Schnorra-gha“-Teil nicht einmal in den Krieg zieht, geschweige denn ins Freilichtspiel! Finde ich jedenfalls. Und so schickt sich mein Kollege in die Tatsache, dass ihm das Hemd vom Leib gerissen und bügelwarm zurückgegeben wird. Danach bringe ich noch schnell die Nonnenkragen in die Aussengarderobe im Gebüsch, weil alle Nonnen ausser mir sich dort umziehen und von dort starten müssen.

Schliesslich ist mein Bügeleinsatz beendet und ich eile in den Garten – wo ich einen bereits eingerichteten Getränkestand antreffe! Danke, Annina Giovanoli! Aber auch jetzt wird es mir keineswegs langweilig. Zwar kann ich ab und zu meinen Lieblingsszenen lauschen, aber wenn einer der Darsteller hinter der Bühne etwas braucht, renne ich ohne zu zögern in die Postremise oder in die Garderobe, um Getränk, Jacke, Pflaster oder was auch immer möglichst s