top of page

Programm

Anmerkungen des Autors:

Von Sendern und Empfängern

Bei meinen Recherchen über Comander und die Umstände, die zur Reformation in Chur und Graubünden geführt haben, hat mich ein Aspekt besonders fasziniert: Die Reformation kann als logische Konsequenz aus der Erfindung des Buchdrucks gesehen werden. 

Ohne gedruckte Bücher wäre auch keine Demokratie möglich, keine Wissenschaft, kaum Fortschritt. Der Buchdruck hat Wissen und Bildung demokratisiert und für alle zugänglich gemacht. Er hat auch in Chur dazu geführt, dass die Menschen erwacht sind. Der Hunger nach Erkenntnis wuchs. Kirche und Heilige Schrift waren davon natürlich ebenso betroffen wie alle anderen Bereiche des Zusammenlebens.

Es war aber auch logisch, dass dieses Erwachen nicht ohne Konflikte ablaufen konnte. Wenn sich alle ihre eigenen Gedanken machen, sind Differenzen vorprogrammiert. Man kann die Dinge so sehen, aber auch ganz anders. Nicht nur der Kirche drohte bald ein Schisma, auch die Bevölkerung war immer tiefer gespalten. Gewaltsame Auseinandersetzungen, wie sie in den umliegenden Ländern bereits tobten, drohten auch den Freistaat Drei Bünde zu erschüttern. 

Faszinierend sind auch einige unübersehbaren Parallelen zum Hier und Heute. Auch wir leben in einer Zeit, in der eine epochale Erfindung alles umwälzt und niemand sagen kann, wo uns das noch hinführen wird: Das interaktive Internet. Zu Comanders Zeiten wurden die Menschen zu Empfängern. Gegenwärtig erleben wir, wie jede und jeder via Smartphone und Social Media zum Sender wird und theoretisch Menschen auf der ganzen Welt erreichen kann. 

Auch das führt zu Konflikten und Polarisierung. Grundlegende Wahrheiten erscheinen plötzlich fragil; Wertvorstellungen, die bis vor kurzem noch selbstverständlich schienen, gelten nur noch unter Vorbehalt; Machtpositionen wackeln. 

Die Prämisse einer vielstimmigen Debatte darüber, wie man die Ereignisse um die Reformation aus heutiger Sicht deuten soll, bietet Stoff für eine unterhaltsame und wendungsreiche Komödie. Ernst wird es allerdings, wenn eine schwer fassbare Pandemie die politischen und gesellschaftlichen Spannungen verstärkt. Vor kurzem war es Corona. Damals war es die Pest.  

Comander hat in dieser aufgeheizten Stimmung, in der wahrscheinlich kaum mehr vernünftig miteinander geredet wurde, unermüdlich vermittelt. Dass im Freistaat Drei Bünde, früher als überall sonst in Europa, Religionsfreiheit eingeführt wurde, war auch sein Verdienst. Womöglich sein Grösstes.

_DSC0809.jpg

Das Kreativ Team

Felix Benesch
Text

Felix Benesch, aufgewachsen in St. Moritz und Chur, probierte sich nach dem Lehrerseminar in verschiedenen Funktionen am damalige Stadttheater Chur aus. Es folgten einige Jahre als Regieassistent am Burgtheater Wien, dann als Regisseur u.a. in Wien, am Schauspielhaus Zürich und am Theater Luzern. Seit 2000 schreibt er hauptsächlich Drehbücher für Spielfilme, Krimis und Serien im Auftrag verschiedener TV-Sender in Deutschland und der Schweiz und auch fürs Kino. Daneben schreibt er auch immer wieder Theaterstücke und inszeniert diese meist selber. Für sein Stück «Das Wunder von Wörgl» (Klibühni 2012) wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt Wörgl/Tirol ausgezeichnet. Sein Vico-Torriani-Musical «Hotel Victoria» (mit Samuel Zünd, Christian Jott Jenny und vielen anderen), das er in eigener Regie 2016 in St.Moritz und Chur realisierte, wurde vom Schweizer Fernsehen aufgezeichnet. 


Felix Benesch lebt heute mit Familie in Leipzig und neuerdings auch in Seewis Dorf/GR. 

Katharina Cromme
Regie

arbeitet als Autorin (vertreten durch den Rowohlt Verlag), Regisseurin und Dozentin. Zum Beispiel in Zürich, Basel, Chur, Luzern, Köln, Augsburg und München, oder in Istanbul, Kapstadt, Kaohsiung, Samara, Kazan, Perm und Omsk, überwiegend fürs Theater.

Inmitten von Fiktion zeigt sich die Wirklichkeit: 2018 gründet Katharina das Institut für bewegende Künste, wel-ches Akteur:innen aus Kunst, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und den Wissenschaften versammelt, um ihre Ar-beit an hybriden Formen sinnlich erfahrbar und erlebbar zu machen.

Ihre Regie-Ausbildung erhielt sie an der Zürcher Hochschule der Künste (an der sie nun lehrt und dem „Dossier Nachhaltigkeit“ als Kommissionsmitglied beisitzt) sowie an der Columbia University New York. Im Schreiben für Theater und Film unterstützten sie Förderprogramme wie der Dramenprozessor, die Drehbuchwerkstatt und die Akademie für Kindermedien.

_DSC0587.jpg

Lukas Stucki
Szenografie und Bühnenbau

_DSC0599.jpg

Lukas Stucki kommt 1983 in Bern zur Welt und hat heute selber zwei Töchter im Schulalter. Noch während der Schule begann er regelmässig in einer Schreinerei zu arbeiten und pflegte seine Begeisterung für handwerkliches Schaffen. Nach der Matura arbeitete er unter anderem in einer Bronzegiesserei, auf einem Emmentaler Bauernhof und besuchte schliesslich den Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Biel.

Nach ersten Berührungen mit Theaterarbeit in Bern schloss er sich dem Mitspielzirkus Circolino Pipistrello, später der fahrenden Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö. an, bevor er an der Zürcher Hochschule Szenografie (Bachelor 2011), danach Vertiefung Bühnenbild (Master 2014) studierte. 

Seither arbeitet er als freier Szenograf in unterschiedlichsten Formaten und Formationen.

Am Theater unter anderem und schon lange mit Katharina Cromme.

In Chur erarbeitet er das Raum-  und Bildkonzept für die letzte Ausgabe der Freilichtspiele 2021, Chur1947 (Regie: Marco Luca Castelli).

Als Szenograf und Mitdenker war er massgeblich an der Realisierung der neuen Temporärbauten Pavillon und Zentral für das Zürcher Theaterspektakel beteiligt (in Zusammenarbeit mit Ralph Alan Müller, Unarc).

Seit einigen Jahren arbeitet er zusammen mit der Genfer Performerin und Szenografin Yvonne Harder  für das Klang -und Musikfestival Archipel in Genf.

 

Aktuell erarbeiten sie zusammen einen Raum für die neue Produktion der belgisch- französischen Kompanie Maison Ravage.

Neben der Arbeit am Theater beschäftigt er sich mehr und mehr mit Fragen nach Raumgestaltung und -organisation an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftspolitischen Fragestellungen.

Anna-Katharina Müller
Schauspiel

*1980, lebt und arbeitet in Zürich und Berlin.

 

Sie studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste Bern und ist seither als Schauspielerin und Performerin tätig. Seit 2014 ist sie Teil des Berliner Kollektivs LUNATIKS. Ausserdem verbinden sie langjährige Zusammenarbeiten mit der Gruppe bigNOTWENDIGKEIT (Berlin), Christoph Rath (Zürich) und dem Autoren Matto Kämpf (Bern). Des weiteren hat sie mit Thom Luz, Christina Rast, Annina Dullin-Witschi, Dennis Schwabenland, Katharina Cromme, Manuel Bürgin, der Choreographin Laura Kalauz und vielen anderen zusammengearbeitet.

 

Anna-Katharina Müller ist Spezialistin für Projektentwicklungen und zeitgenössische Dramatik, so hat sie in vielen Uraufführungen und Schweizer Erstaufführungen mitgewirkt, u.a. an der Winkelwiese Zürich, dem Theaterhaus Gessnerallee, am Schauspielhaus Zürich, dem Schlachthaus Theater und am Konzert Theater Bern, sowie in Berlin an den Sophiensælen, dem Ballhaus Ost, Theaterdiscounter und dem Maxim Gorki Theater.

 

2012 war sie Stipendiatin des Internationalen Forum beim Berliner Theatertreffens. Ausserdem ist sie immer wieder im Fernsehen und Kino zu sehen, u.a. hat sie in mehreren Filmen von Marcel Gisler gespielt.

 

Zuletzt war sie in der Serie Wilder zu sehen und in der Hauptrolle im Kurzfilm „Stilles Land Gutes Land“, der 2019 für die Studierenden Oscars nominiert war.

 

Anna-Katharina Müller setzt sich für Gleichstellung und Diversität auf der Bühne und im Film ein und ist Mitbegründerin des Vereins FemaleAct.

_DSC0596.jpg

Christian Sprecher
Schauspiel

_DSC0576.jpg

Christian Sprecher wurde 1975 in Arosa geboren und ist dort aufgewachsen. Ursprünglich erlernte er den Beruf des Konditors-Confiseurs. Nach einer Schauspielausbildung in Köln spielte er an verschiedenen renommierten Bühnen in Deutschland, darunter am Schauspiel Köln, am Staatstheater Karlsruhe, am Staatstheater Kassel und bei der Shakespeare-Company Berlin.

 

Zudem stand er für einige Film- und Fernsehrollen vor der Kamera.

Seit 2014 ist Christian Sprecher, nach über 12 Jahren Erfahrung in Deutschland, wieder in Chur "zu Hause", wo er an diversen Theaterprojekten beteiligt ist, inszeniert und produziert.

 

Man hört seine Stimme auch in verschiedenen Werbespots sowie in der Sendung "NZZ-Format" auf SRF1. Kürzlich hat er seine Weiterbildung zum diplomierten Stimm- und Sprechtrainer an der Pädagogischen Hochschule Luzern abgeschlossen und zählt Menschen aus Politik, Wirtschaft, Pädagogik, Sozialwesen, Recht und Medien zu seinen Klienten.

 

Im Winter gibt Christian Sprecher zeitweise auch Skikurse für seine Stammgäste in seiner Heimat Arosa.

Iris Peng
Regieassistenz

_DSC0568.jpg

Aufgewachsen in Chur.

2000 - 09 Vorstandsmitglied der Freilichtspiele Chur und Vorstandsmitglied von Die Kollaborateure in Chur. 

Vielseitige Regie und Produktions (-Assistenz) Engagements. So u.a. «Das kalte Herz» (2003), «Die Hexenjagd» (2004), «Die Tage der Comune» (2006) oder «Die Dunkelheit in den Bergen» im Theater Chur.

 

Regieassistenz Freilichtspiele Chur: «Der Rehbock», Nicolaiplatz Chur. Produktionsleitung und Regieassistenz: «Die Amazonen» – Klibühni Chur 2016. Produktionsleitung: «Momas Capuns», Theater Grischun, Klibühni Chur 2017. Regieassistenz: «Die Seiltänzerin», ressort k, Postremise Chur. 

Produktionsleitung: Stündchen, Postremise / Theater Chur 2018.

Regie, Produktionsleitung  «Kleine Eheverbrechen», Cuadro22 Chur. Assistenz «Panik an der Scala», Theater Chur / Produktionsleitung, Regieassistenz «Schnee von gestern» NBAS, Postremise Chur 2019 / Regieassistenz: Tredeschin, Lia Rumantscha 100 onns, Zuoz. Co–Regie «Rausch der Verwandlung» in der Klibühni Chur

_DSC0590.jpg

Annina Schmid
Kostüm & Maske

Aufgewachsen im Safiental, zog sie 1992 mit ihrer Familie nach Chur, wo Annina die Sekundarschule besuchte und eine Coiffeurausbildung machte. In dieser Zeit begann auch die Tätigkeit im Theater. Ab 1996 arbeitete sie regelmässig bei verschiedenen Theatergruppen in den Bereichen Assistenz, Ton, Technik, Schauspiel und Maske.

 

2003 hat Annina die Ausbildung zur Maskenbildnerin in Mannheim abgeschlossen. Während der ganzen Zeit war Annina in verschiedenen Theaterproduktionen als freischaffende Maskenbildnerin tätig.

 

Seit 2013 zeigt sich Annina auch vermehrt für Kostüme und Ausstattung verantwortlich. U.a. in der Oper „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ von Frank Martin, inszeniert von Nigel Lowery im Theater Chur im Mai 2019.

Maske und auch Kostüme für „The Making Of… Kiss ’n’ Hug“ von Krishan Krone in der Klibühni Chur im November 2019 und „Ronja Räubertochter“ inszeniert Julian Grünthal/Charlotte Engelbert im Theater Chur im Dezember 2019. Zuletzt arbeitete sie in Chur an der Klibühni bei der Inszenierung „Nachwehen“ von Mike Bartlett unter der Regie von Marco Luca Castelli im Januar 2020. 

 

Annina Schmid lebt mit ihrer Familie in Chur und ist ein fester Bestandteil der freien Theaterszene.

Patrizia Gwerder
Kostüm & Maske

Patrizia Gwerder ist in Chur aufgewachsen.

 

Nach mehrjähriger Anstellung als ausgebildete Coiffeuse machte sie eine Ausbildung zur Visagistin.

 

In den letzten Jahren konnte sie bei einigen grösseren Projekten arbeiten. Dazu gehören „Die Flerdermaus“ von Johann Strauss, Schlossoper Haldenstein unter der Regie von Barbara-David Brüsch; „Hotel Victoria-Das Vico Torriani Musical“ von Felix Benesch und Ludger Novak unter der Regie von Felix Benesch im Hotel Reine Victoria in St.Moritz; „Guglielmo Tell“ von Gioachino Rossini, Opera Viva Obersaxen, unter der Regie von Andrea Zogg; „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart, Schlossoper Haldenstein unter der Regie von Anthony Pilavachi; „Carmen“ von Georges Bizet, Opera Viva Obersaxen, unter der Regie von Andrea Zogg. 

 

Patrizia Gwerder lebt mit ihrer Familie in Chur und arbeitet als Visagistin und Naildesignerin.

_DSC0691.jpg
benesch-phil-2-900x600-color-1.jpg

Phil Benesch
Technische Leitung

Geboren1962. Wuchs in St. Moritz auf.

 

Nach der Schulzeit in St. Moritz und Samedan absolvierte er eine Lehre als Elektromonteur in Silvaplana. Er bildete sich – erst hobbymässig, dann professionell – zum Veranstaltungstechniker weiter.

 

Mit seinem Unternehmen Phil's Concert & Showtechnique GmbH erbringt er seit Jahrzehnten hochwertige Leistungen in Bereichen wie Bühnenbau, Tontechnik, Lichtdesign und Videoübertragung.

 

Der Name und die Person von Phil Benesch gelten, sowohl bei zahlreichen Firmen als auch bei renommierten Bands, als Inbegriff für Qualität in diesen Bereichen.

 

Phil Benesch war Gründungsmitglied des ältesten Bündner Open Airs, des Chapella. Nach wie vor ist Phil Benesch Präsident des Vereins, der hinter diesem einzigartigen Freiluft-Festival steht.

 

Zudem ist Phil Benesch Vorstandsmitglied des Vereins Graubünden Musik und zeichnet seit 2016 für das musikalische Programm der Tavolata St.Moritz verantwortlich.

 

Dazu ist er Dozent an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz.

Roland Amrein
Produktionsleitung & Vorstand

_DSC0713.jpg

Geboren 1980, aufgewachsen am Eingang zum Luzerner Seetal. Zog vor 7 Jahren via  Zürich, Bern und Luzern nach Chur.

Ausgebildeter Projektleiter (Lehrgang Projekt-Management, EB Zürich. Certified Project Management Associate IPMA) sowie Diplom Studiengang HF TSM Medienmanagement, Medienwirtschaft (Visuelle Kommunikation) an der Schule für Gestaltung in Bern.

Produzent und Produktionsleiter mit verschiedenen Crews/Ensembles (nationale und internationale Tourneetheater) mit Basis in Chur (zuletzt mit Bergtheater, «Hortensia Unlimited», Kollektiv Nucleus sowie der Produktion «Gott»), Zürich (Gubcompany, Jurczok 1001und Institut für bewegende Künste) und Bern (Club 111 mit Meret Matter, «ALICE» mit Steffe la Cheffe). 

 

Seit 2020 Schulkoordinator im Theater Chur und seit 10 Jahren Hausmann & Vater.

Fand durch die Musik und 2000/01 als Amateurspieler bei den Luzerner Spielleute (Die Vogelmacherin) zum Theater.

Ensemble & Crew

bottom of page